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Es hat nicht sollen sein. Die Anstrengungen um Gorilla mit einem Sanierungskonzept in seiner Originalform samt Arbeitsplätzen am Leben zu erhalten sind gescheitert. Das ist für alljene bitter, die sich in den letzten Wochen mächtig ins Zeug gelegt haben um mit Know how und einer klaren Zielvorstellung den Weg aus der Krise zu zeichnen und dafür mit Geldgebern gesprochen haben. Es gab ein tragfähiges Konzept, gebaut von erfogreichen Gastronomen, gewieften Betriebswirtschaftlern und strategischen Markenprofis. Nach dem finalen Rückzug des Erstinvestors, der die Immobilien in der Jägerstrasse und Friedrichstrasse besitzt, ist dieser Plan in der Form nicht mehr durchführbar. Das heisst, das morgen das Insolvenzverfahren planmäßig eröffnet wird und der vom Amtsgericht beauftragte Verwalter das meistmögliche aus der Gorilla-Masse im Auftrag der Gläubiger herauszuholen hat.
So werden sich also schlussverkaufstechnisch ein paar Interessierte an Küchenmaschinen und Anrichten schadlos halten, die Läden sperren zu und bald schon werden in den Toplagen Friedrichstrasse und Jägerstrasse neue Mieter einziehen, umbauen und vielleicht ein neues tolles Gastrokonzept mit frischer Kohle durchziehen. So spielt das Leben. Aber auch wenn die „Sachwerte“ hier vergehen, die Idee und das Konzept von Gorilla, mit all seinen Schwächen und Systemfehlern wird weiterleben. Und dann ist da noch Matthias Rischau, samt einer eingeschworenen Truppe von Nicht-Aufgebern. Denn in der Knesebeckstrasse, der eigentlichen Wiege des Gorilla, regt sich Widerstand und der feste Wille für den Charlottenburger Laden eine Lösung zu finden.
Krise als Chance, aus den Fehlern lernen, an seine Idee glauben, es besser machen – alle diese floskelhaften Worte kommen einem in den Sinn, hört man dem Gründer zu. Ganze Brand eins Hefte sind mit solchen Stories gefüllt, daher sollte man nicht zu früh hier abhaken. Vielleicht lautet die Losung erstmal BACK2THEROOTS? Sich zurücknehmen, neue Kraft sammeln. Darauf besinnen was wirklich zählt?
Heute abend sagt erstmal das Original-Lokal in der Knesebeckstrasse leise Servus und alle Gorillaretter sind eingeladen vorbeizumkommen um sich vom Gorilla wie wir ihn kennen- und liebengelernt haben zu verabschieden. S0 wie ich Matthias kennengelernt habe und mit all dem was ich über Gastronomie in den letzten Wochen habe lernen dürfen, könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass diese Geschichte an der Stelle noch nicht zu Ende geschrieben ist.
Ich möchte mich bei allen bedanken, die in den letzten Wochen so tatkräftig mitgeholfen haben, immerhin waren auf diesen Blog über 5000 Besucher, unser Support hat für Zusammenhalt gesorgt und ist nicht ganz unschuldig dran, dass es dort in Charlottenburg ähnlich einem berühmten gallischen Dorf eine hochmotivierte Resistance gibt. Ob sie einen Zaubertrank haben ist nicht überliefert, wäre aber durchaus möglich das sie daran arbeiten.
Wer Interesse daran hat, kann mal wieder hier vorbeischauen (oder per RSS abonnieren), sollten sich gorillaretter-relevante Neuigkeiten ergeben, werde ich informieren.
Martin
Ecofashionjunkies.com-Erfinder und Carrotmob-nach Deutschland-Bringer Philipp Gloeckler besuchte Gorilla – Macher Matthias Rischau im Gorilla-Restaurant Friedrichstrasse 120, um mehr über die aktuelle Situation zu erfahren.
Als Kameramann und Schnitt-Novize (Dank an iMovie) fungierte der Betreiber dieses Blogs.
doneAnliegen
Ich habe ein Anliegen. Ich möchte Gorilla retten. Nein, ich rede nicht von einer bedrohten Dschungelart, ich rede von den ersten und einzigen Berliner 100% Bio Veggie-Fastfood-Restaurants Gorilla.
Diesen wunderbaren Anti-Döner gibt es viermal in Berlin. Das Konzept der Läden ist schnell erklärt: alles Bio, möglichst lokal, möglichst saisonal und das alles ohne Fleisch. „Dem gesunden Essen seine Lobby wiedergeben“, lautet das beinah missionarische Motto von Erfinder und Geschäftsführer Matthias Rischau und seinem Team. Herrlich abgeleitet vom Dschungeltier, das sich immer wenn es Hunger hat ein paar Blätter vom Baum reisst, ein Leben lang kein Fleisch zu sich nimmt und trotzdem als Symbol für enorme Kraft und Gelassenheit steht, bekommt man bei Gorilla stets frisches und leichtes Essen, das einen satt aber nicht schwer macht. Die Läden funktionieren, werden angenommen, die Qualität ist kompromisslos gut.
Nun hat der größte Geldgeber den Hahn zugedreht und Geschäftsführer Matthias Rischau musste Insolvenz beantragen. Der vom Amtsgericht beauftragte Insolvenzerwalter machte sich ein Bild von der Lage und empfahl dem Gericht eine „vorläufige Insolvenz“. Das bedeutet, dass der Betrieb auf Grund seiner wirtschaftlich positiven Prognose vorerst weitergeführt wird mit dem Ziel das Unternehmen zu retten. Bis zum 30. Juni läuft diese Frist, danach wird das Verfahren eröffnet.
Es wäre ein herber Verlust für die Hauptstadt, würde ein so richtiges und stimmiges Konzept wie Gorilla in die ewigen Jagdgründe geschickt. Ich möchte gern mit diesem Blog für Aufmerksamkeit sorgen und alle interessierten und bewussten Esser auffordern ab sofort und möglichst oft bei Gorilla zu konsumieren. In den nächsten 5 Wochen zählt quasi „jedes Mahl“. Für das Überleben von Gorilla muss bewiesen werden, dass dies ein zukunftsfähiges Konzept ist.
Meine Motivation
Ich habe mich aus mehreren Gründen dazu entschlossen diesen Blog und alle damit zusammenhängenden Aktionen ins Leben zu rufen.
1) Ich liebe diese Marke Gorilla und die hervorragende Arbeit, die man über Jahre in dieses Konzept gesteckt hat.
2) Ich bin KEIN Vegetarier, glaube aber daran, dass wir Westlich-Zivilisierten uns gesünder ernähren sollten. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir unseren Fleischkonsum einschränken müssen, um eine widernatürliche industrielle Massentierhaltung zurückzudrängen und auch damit einen gewichtigen Beitrag zu weniger Treibhausgassemissionen zu leisten. Es tut uns allen gut, alles was es braucht ist das Bewußtsein und eine gewisse Dickschädeligkeit gegenüber den eigenen inneren Schweinehund.
3) Ich studiere an dieser Stelle als ambitionierter Laie auch die Wirkungsweise der sogenannten Social Media-Plattformen. Kann man denn tatsächlich mit dem vielgerühmten Web 2.0 eine Bewegung initiieren? Vor allem wenn man technisch mittelmäßig begabt ist und die Werkzeuge gerade kennenlernt. Wie funktioniert das im täglichen Leben? Wieviel Zeit wir man aufwenden müssen? Gibt es denn tatsächlich da draussen bewußte Konsumenten, die ihre Budgets dazu einsetzen gute Angebote zu fördern? Gibt es sie, die „strategischen Konsumenten“?
Noch etwas:
Ich bin weder verwandt, verschwägert oder sonstwie in irgendeinerweise mit Gorilla verbandelt und habe keinerlei wirtschaftliche Interessen. Ich will nur, dass es Gorilla weiter gibt.
Ich hoffe auf Eure/Ihre Unterstützung.
Mit herzlichen Grüßen
Martin Brem

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